Setzen auf neue Regierung?
Josefsschwestern aus Bolivien zu Informationsaustausch bei Bolivienstiftung in Trier
Anlässlich ihres Generalkapitels sind am 16. Januar acht bolivianische Josefsschwestern zu einem Informationsaustausch mit der Bolivienstiftung zusammengekommen und haben über die aktuelle Situation vor Ort informiert. Problematisch ist derzeit die personelle Situation in den Einrichtungen der Josefsschwestern, insbesondere in Poconas in Sucre. Nach dem Regierungswechsel wurden die Mitarbeitenden, die vom Staat finanziert werden, schlagartig entlassen. Nur ein kleiner Teil konnte bisher ersetzt werden, weil notwendige finanzielle Mittel fehlen; große Lücken bleiben.
Trotz dieser mit dem Regierungswechsel verbundenen Probleme stimmt aber die neue Regierung eher hoffnungsvoll. Mit der Wahl 2025 hat eine 20-jährige sozialistische Ära ein Ende gefunden. Es besteht die Hoffnung, dass die „Austrocknungspolitik“ der Vorgängerregierung damit auch zu Ende geht.
Dennoch bleiben enorme wirtschaftliche Probleme, mit deren Auswirkungen auf die einfache Bevölkerung die Schwestern tagtäglich konfrontiert sind. So stehen für Kleinkinder in den Einrichtungen lediglich 2 Bolivianos pro Tag für Kleidung zur Verfügung. Das sind weniger als 20 Cent. Für Kinder im Schulalter gibt es gar nichts. Neben den geringen staatlichen Mitteln steuern etwa 10 % der Eltern Spenden bei. Das Gros der Kosten trägt der Orden selbst.
An dieser Stelle ist auch die Bolivienstiftung gefragt. Die Schilderungen der Schwestern machten deutlich, wie wichtig die Arbeit der Bolivienstiftung in Trier ist, um die Arbeit vor Ort in Bolivien aufrecht zu erhalten.
Dass trotz der täglichen Herausforderungen die Hoffnung und Lebensfreude nicht verloren geht, wurde im Anschluss an das Gespräch deutlich, als die Schwestern mit Gesang und Gitarre zum Tanz aufspielten und bei einer landestypischen Cueca das Tanzbein schwangen.